Material Edelstahl

Was allgemein als Edelstahl, rostfreier Stahl, nirosta oder als „nichtrostender und säurebeständiger Stahl“ bezeichnet wird, kann mittlerweile auf eine fast 100-jährige Geschichte zurückblicken.

Mit der Patentanmeldung für Stähle mit „hoher Widerstandskraft gegen Korrosion“ im Jahre 1912 begann die industrielle Anwendung. Daraus hat sich, besonders seit 1950, eine Werkstoffgruppe von über 120 Edelstahl-Sorten entwickelt, die weltweit in allen Bereichen eingesetzt werden. Hier ein kleiner Einblick in die verschiedenen Legierungen von Edelstahl und deren Anwendungsgebiete.

 

Korrosionsbeständigkeit von Edelstahl

 Allen Edelstählen ist gemeinsam, dass der Stahllegierung ein mindestens 12%iger Chrom-Anteil beigefügt wird. Durch den Kontakt mit dem Sauerstoff aus den umgebenden Medien (Luft, Wasser, andere Stoffe) bildet sich auf der Stahloberfläche eine dünne, nur wenige Atomlagen dicke transparente Schicht aus Chromoxid. Hierbei wird auch von "Passivierung" gesprochen. Diese Schicht schützt den darunter liegenden Stahl vor weiteren chemischen Einflüssen.

Bei einer Beschädigung der Oberfläche bildet sich diese Passivschicht unter dem Einfluss von Sauerstoff selbstständig neu. Durch die Neubildung der Passivschicht kann auch ohne Weiteres von einer „Selbstheilung“ oder einem „Selbstreparaturmechanismus“ sprechen. Somit ist ein nachschleifen von Edelstahl jederzeit möglich.

 

Edelstahllegierungen

Der Begriff "Edelstahl Rostfrei" kennzeichnet eine Gruppe von über 100 nichtrostenden und säurebeständigen Stählen. Über Jahrzehnte hinweg wurden eine Vielzahl von verschiedensten Legierungen entwickelt, die für unterschiedlichste Anwendungen die jeweils besten Eigenschaften aufweisen.

Die gebräuchlichsten rostfreien Edelstähle werden klassifiziert in:

V2A - Stahl = Chrom - Nickel - Stahl

Beispiele:

Werkstoff-Nr: DIN Bezeichnung: AISI:
1.4301 X 5 CrNi 18 10 304

Ausgangsmaterial für 90% unserer Edelstahlerzeugnisse.

 

Mögliche Verwendungsbereiche:

 

- Architektur
- Fahrzeugbau
- Haushaltsgeräte
- Chirurgische Instrumente
- Schmuckwaren und Kunstgegenstände

 

1.4305 X 10 CrNiS 18 9 303
1.4306 X 2 CrNi 19 11 304L

V4A - Stahl = Chrom - Nickel - Molybdän - Stahle

Beispiele:

Werkstoff-Nr: DIN Bezeichnung: AISI:
1.4401 X 5 CrNiMo 17 12 2 316
1.4404 X 2 CrNiMo 17 13 2 316L
1.4436 X 5 CrNiMo 17 13 3 316

Erläuterung der DIN Bezeichnungen:

X steht als Kennzeichnung für hochlegierte Stähle. Die folgende Zahl steht für den Kohlenstoffgehalt in 0,00%, danach folgen die chemischen Legierungselemente in der Reihenfolge Ihres Anteils in der Legierung. Zuletzt folgt noch die Angabe des Massenanteils der Legierungselemente in 0%.

Beispiel DIN Bezeichnung für V2A (1.4301):

X 5 CrNi 18 10 ist ein Stahl mit 0,05% Kohlenstoffgehalt, 18% Chrom und 10% Nickel.

Zusätzliche Informationen